Bringtreueprüfung in den Revieren im Spreewald

Am 26.02.2012 trafen sich die Prüfungsteilnehmer pünktlich zur angegebenen Zeit in Oderin. Einige Mitglieder unseres Klubs trafen ebenfalls zur moralischen Unterstützung ein. Die Fahrt wurde dann ein kurzes Stück fortgesetzt zur Familie Löffler, die uns einen Teil ihres Reviers zur Durchführung der Prüfung zur Verfügung stellten. Der Prüfungsleiter, Herr Matthias Eggert, fuhr zunächst ins Revier, um die Füchse – nach vorheriger Verlosung – auszulegen, wir, die Prüfungsteilnehmer und Schlachtenbummler konnten uns an dem für uns bereitgestellten deftigen Frühstück schon einmal stärken und bestens gelaunt dem Beginn der Prüfung entgegensehen. Weitere Richter waren Frau Dr. Petra Schneller und Herr Horst Resch. Die Wartezeit verlief sehr rasch, denn wir hatten zwischendurch viel zu erzählen und zu lachen. Dann wurde es ernst, die Zeit war abgelaufen und es ging ins Revier.

Hund Nr. 1 war die von mir geführte DK-Hündin „Axa“ (richtiger Name lt. AT Felda v.d. Waterhörn”). Die Hündin zeigte an diesem Tage jedoch Manieren, die ich absolut vorher bei ihr noch nicht kannte, sie forderte mich zum Spielen auf und sprang ca. 10 m vor mir immer herum wie ein junger Bock. Bisher war sie, wenn wir arbeiteten, äußerst zuverlässig, sehr gelehrig und verrichtete ihre Arbeiten freudig und mit Bravour. Das Bringen eines Fuchses, selbst über ein Hindernis, war bis zu diesem Tage für „Axa“ und mich kein Thema. Was am Prüfungstage mit ihr los war, ob ihre weiblichen Hormone durcheinander waren oder was auch immer, wird sie mir nicht verraten. Prüfung also nicht bestanden.

Hund Nr. 2 war der Pointer-Rüde „Utz von der Ebershöhe“. Er zog sofort los, nahm die Suche auf und stieß – ein Horror für alle Hundeführer – auf Rehwild. Die frische Verleitung war für „Utz“ natürlich viel attraktiver und der Fuchs uninteressant geworden. Obwohl „Utz“ innerhalb der 20 Min. zurückkehrte, war an ein erneutes Ansetzen nicht mehr zu denken, er hatte das Rehwild immer noch in der Nase und vom Fuchs wollte er – zumindest an diesem Tage – nichts mehr wissen. Prüfung also nicht bestanden.

Hund Nr. 3 war der Deutsche Wachtelhund-Rüde „Falko v.d. Fenne“. Er zog ebenfalls sofort in den Bestand und hatte nach kurzer Zeit den Fuchs gefunden. Doch er nahm ihn nicht an und kam ohne Fuchs zum Hundeführer zurück. Auch ein mehrmaliges Ansetzen brachte nicht den gewünschten Erfolg, an diesem Tage hatte „Falko“ absolut keine Lust, den Fuchs aufzunehmen und zu seinem Führer zu bringen. Prüfung also ebenfalls nicht bestanden.

Retter des Prüfungstages war dann schließlich der DD-Rüde „Elch v. Kosättensee“, zwar nicht mit der Bringtreue-Prüfung, aber er absolvierte mit Bravour die Brauchbarkeits-Prüfung Teil A mit seinem 9 Monaten.

Weder Prüfungsteilnehmer noch Schlachtenbummler oder Richter ließen sich die Laune wegen des nicht erfolgreichen Prüfungstages vermiesen. Wir versammelten uns nach der Prüfung wieder in den Räumen der Familien Löffler, dort wurde weiter viel gelacht und gefachsimpelt. Es hat sich wieder einmal bewahrheitet: Hunde, so verlässlich, wie sie auch sein mögen, sind keine Maschinen, haben ihre Eigenheiten, die wir akzeptieren müssen und ein „Durchfaller“ ist schließlich auch kein Weltuntergang.

Unser Dank gilt den Revierinhabern, insbesondere der Familie Löffler, und den Richtern für ihren unermüdsamen und äußerst toleranten Einsatz.

Marion Michelet

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